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Rezension von "Generation Mobbing" Generation Mobbing, Nicole z. Orro, 3-86582-159-6, EUR 13.80 Bossing und Mobbing sind die zentralen Themen des Buches „Generation Mobbing“ von Nicole z. Orro. Es erschien 2005 in der Edition Octopus beim Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat. Die Autorin behandelt die beiden Themen in neunzehn zusammenhängenden Kapiteln in Romanform. Dabei handelt die Geschichte von einer Gruppe Vorgesetzter, die sich des Themas Mobbing in ihrem Betrieb annehmen wollen. In ihrer eigens dafür gegründeten Selbsthilfegruppe beginnen sie jedoch schnell, nicht die Ursachen ihres Handelns zu bekämpfen, sondern sich gegenseitig zu beraten, welche Form des Mobbing in welcher Lebenssituation am effektivsten ist. Letztendlich beginnen sie aber auch damit, sich gegenseitig untereinander zu Mobben. Die Geschichte endet wenigstens in diesem Fall schlecht für die TäterInnen und gut für die Opfer.
Während der Begriff des Mobbing (zumeist als Psychoterror am Arbeitsplatz bezeichnet) relativ weit verbreitet ist, ist der zweite zentrale Begriff des Buches „Bossing“ wesentlich ungeläufiger. Laut Wikipedia ist Bossing eine spezielle Form des Mobbing, von der man spricht, wenn die dissenden Handlungen von Vorgesetzten ausgehen. Offen benutzt wird diese Form oftmals als strategisches Instrument zum Personalabbau. Weiter erklärt Wikipedia, dass die TäterInnen oftmals Personen sind, die sich in ihrer Position oder ihrem Ansehen durch andere (oftmals Untergebene) bedroht fühlen. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass MobberInnen zum Großteil Vorgesetzte, teilweise in Zusammenarbeit mit KollegInnen, teilweise alleine, sind. Einige Untersuchungen kommen sogar zu dem Ergebnis, dass mehr als 70 Prozent der als Mobbing zu bezeichnenden Handlungen Bossing sind. Dies ist anscheinend auch einer der Gründe, warum in dem Buch dem Bossing ein größerer Raum als dem Mobbing eingeräumt wird.
Die Geschichte des Buches selbst ist flüssig geschrieben und es kann relativ leicht durchgelesen werden. Schwierig ist es allerdings teilweise für den/die LeserIn, die relativ große Zahl an AkteurInnen mit ihren verschiedenen Namen und den dazugehörigen Handlungen/Lebensläufen zu merken und diese immer korrekt zuordnen zu können. So gibt es in dem Buch keine wirkliche Hauptperson, sondern eine Gruppe von Hauptpersonen, deren Handeln sich als Hauptthema entwickelt.
Beim Lesen der Kapitel ist es wohl von der Autorin beabsichtigt, dass sich der/die LeserIn an die eine oder andere Situation aus dem eigenen Berufsleben erinnert, die ähnlich zu der im Buch geschilderten ist. Auch das gedankliche vom Text abschweifen zu anderen eigenen Geschichten ist wohl im Interesse der Autorin, um so dem/der LeserIn das ganze Ausmaß von Mobbing und Bossing noch einmal vorzuführen. Bei einer Mobbingquote von ca. 70 Prozent betrifft es doch fast jede Person. Glücklicherweise erklärt die Autorin gleich zu Beginn des Buches, dass „Alle Personen, sämtliche Handlungen und Schauplätze dieses Buches sind frei erfunden. Etwäige Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen, Ereignissen oder Schauplätzen wären rein zufällig und keinesfalls beabsichtigt.“ Dies räumt etwäige Missverständnisse aus.
Verbunden ist das Buch mit einem Aufruf der Autorin an alle von Mobbing und/oder Bossing Betroffenen ihre Geschichte ebenfalls niederzuschreiben und an die Autorin zu senden. Daraus soll dann Teil 2 von „Generation Mobbing“ entstehen. Einsendeschluss hierfür ist der 28. Februar 2006.
Jan Rohlfs linkesbuch.de |
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