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Rezension von "La Lucha sigue - Der Kampf geht weiter" La Lucha sigue - Der Kampf geht weiter - EZLN - Ursachen und Entwicklungen des zapatistischen Aufstands, Luz Kerkeling, 2003, 3-89771-017-X, 240 Seiten, EUR 16.00 Am 1. Januar 2003 besetzten 20.000 Zapatisten San Cristóbal und beendeten ihr fast zweijähriges Schweigen und die gesamte Linke weltweit richtete wieder ihren Blick auf diese besondere soziale Bewegung. „¡La Lucha sigue!- [Der Kampf geht weiter!]“ von Luz Kerkeling informiert nicht nur über die neuesten Ereignisse und Entwicklungen in der EZLN (Zapatistische Armee zur Nationalen Befreiung), auch die gesamten sozialen wie politischen Hintergründe von 1867 bis heute werden beleuchtet. Es entsteht ein vollkommen klares Bild für den Leser unter welchen Umständen sich die EZLN gegründet hat und wie sie zur Bewegung der marginalisierten Menschen wurde. Deutlich wird, dass die EZLN ihren eigenen Typus von sozialer und politischer Bewegung entwickelt hat. „Ihr politisches Verständnis und Vorgehen ist dabei (...) keineswegs widerspruchfrei, da sie sowohl libertär-sozialistische Tendenzen (basisdemokratische Selbstorganisation, regionale Autonomie, kollektives Eigentum und Wirtschaften) als auch etatistische Initiativen (Duldung von parlamentarischen Wahlen, angestrebte Verfassungsänderung, ‚Instandhaltung’ des Nationalstaates gegenüber transnationalen Konzernen) vorantreibt.“ Es ergeben sich keine festgeschriebenen Gesetze der Revolution, anfangs noch als bewaffnete Organisation fungierend, übt sie sich nun als „demokratisches ‚Vorzimmer’ zu einer Revolution“. Die emanzipatorische Entwicklung mit der Proklamation von Frauenrechten innerhalb der EZLN, zeigt auch ihre Wandelbarkeit und Entwicklungsfähigkeit und verdeutlicht die nicht festgelegten Herangehensweisen. Durch die Solidarität der EZLN mit anderen sozialen Bewegungen, streikenden ArbeiterInnen und StudentInnen entstand eine gewichtige wechselseitige Unterstützung. Es bildete sich ein Bündnis gegen die Elite, die miteinander kommunizieren und sich gegenseitig unterstützen. Durch ihre kleinen Etappensiege gilt die EZLN als „Hoffnungsträger“ der Linken und als Mitinitiatorin der Globalisierungsbewegung gegen Transnationale Unternehmen. Der Präsidentschaftswechsel 2000 durch den rechtskonservativen Vincente Fox und der damit verbundene Machtverlust der über 70 Jahren regierenden PRI (Institutionelle Revolutionäre Partei) zugunsten der PAN (Partei der Nationalen Aktion), ist letztendlich auch ein wenig durch die EZLN herbeigeführt worden. Auch wenn die PAN den Interessen der EZLN diametral entgegensteht. Der Plan-Puebla-Panama ist das Steckenpferd von Präsident Fox. „Die Präsidenten der mittelamerikanischen Staaten haben den von Mexiko ausgearbeiteten Plan zur Stärkung der regionalen Wirtschaft angenommen (16.06.2001). (...) Der Plan sieht vor, die Region zwischen Panama und dem zentralamerikanischen Staat Puebla koordiniert zu stärken, unter anderem in den Bereichen Handel, Verkehr, Tourismus, Bildung und Umwelt.“ Es sollen einfach gesagt, Straßen und Häfen gebaut werden, Staudämme errichtet werden, die Bevölkerung umgesiedelt werden, zur Gewinnung von Elektrizität. Ausweitung von Monokulturen, die Vermarktung und Erforschung der Regenwälder, Förderung der Gentechnologie und Ausbau des Tourismussektors sind einige weitere Punkte. Die EZLN fordert die Rücknahme dieses Planes und fordert Autonomie für die ländliche und indigenen Gemeinden.
Alles in allem ein sehr gelungenes Buch. Ideal als Einstiegswerk zum Verständnis der Zapatistischen Bewegung. Gut recherchiert, überaus aktuell und sehr empfehlenswert.
daslinkeforum.de Mila Mihaylov |
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