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Rezension von "go.stop.act!" go.stop.act! - Die Kunst des kreativen Straßenprotests, Marc Amann (Hrsg.), März 2005, Trotzdem Verlag, 3-931786-38-2, 240 Seiten, EUR 18.00 Mit dem im Frühling 2005 in der Trotzdem Verlagsgenossenschaft erschienenen Handbuch zum kreativen Straßenprotest „go.stop.act!“ sollen die langweiligen Latschdemos ein Ende haben. Von Bauanleitungen für Großpuppen über Instruktionen zum Radioballett bis zur Analyse des Openpostings beim Mediennetzwerk Indymedia ist eine große Anzahl an kreativen Protestformen in dem - mehr als Nachschlagewerk entwickelten - Buch zu finden. Trotz Bauanleitungen, Verweisen auf Internetseiten und Beispielen ist das Handbuch sehr schnell und flüssig zu lesen. Der Herausgeber Marc Amann schafft es den/die LeserIn den Enthusiasmus der einzelnen Gruppen bei ihrer Aktionsform gut nachempfinden zu lassen. Die Gestaltung des Buches ist mehr als gelungen, es vereinfacht das Lesen der mehr als 200 Seiten enorm. Führt dazu das Lesen als einen kurzweiligen Zeitvertreib zu empfinden und fordert auf, auf die Straße zu gehen, seinen öffentlichen Raum vor der Haustür endlich eigenhändig umzugestalten. Der Abschnitt über Streetart ließ den/die LeserIn mehr erwarten. Es erfolgt leider eine sehr theoretische Abhandlung des Themas mit wenigen Beispielen und mit genannten aber nicht erklärten Methoden wie das Auftragen von Teer an Wänden. Durch die Verwendung von allerlei verwirrenden und überflüssigen Fachwörtern verliert das Kapitel seine Idee als Handbuch für jedermann/frau. Jedoch ist auch dieser nüchterne Blickwinkel nicht uninteressant. Es wird erläutert, wie durch die kreativen Verschönerungen des eigenen Viertels schnell InvestorInnen angelockt werden und somit die Vertreibung durch steigende Mieten hausgemacht ist. Die Aufforderung, die gesamte Stadt zu verschönern, ist eine durchaus legitime Idee, die in Nürnberg durch die Gruppe „Wahrheit an die Wand“ schon praktiziert wird. Die vielen Verweise auf Internetseiten sind problematisch: Einerseits zeigen die vielen Links die Aktualität des Themas auf und bieten dem/der LeserIn eine hervorragende Möglichkeit jede einzelne auf ca. 12 Seiten knapp vorgestellte Aktionsform zu vertiefen. Andererseits ist des Internet sehr schnelllebig. Viele Verlinkungen werden schätzungsweise innerhalb eines halben Jahres an Aktualität verlieren, was sehr zu bedauern wäre. Außerdem ist leider immer noch darauf zu verweisen, dass nicht jedem/jeder das Internet jederzeit zur Verfügung steht. Leider ist es im Netz auch nicht möglich auf bestimmte Sachen exakt zu verweisen, so dass es für den/die Interessierte sehr müßig ist, das Genannte nachzuvollziehen. So war das Werbeclip-Video über pink & silver schon Anfang Mai nicht mehr auffindbar. Alles im allem ein hervorragendes Buch, auf das viele AktivistInnen mehr als gewartet haben. Es bleibt zu hoffen, dass die vorgestellten Aktionsformen nicht nur kopiert werden, sondern den/die ein oder andere zu neuen Ideen beflügelt.
linkesbuch.de Mila Mihaylov |
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