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Artikelnummer: DLF202851

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Vom Kronjuristen zum Kronzeugen
Friedrich Wilhelm Gaus:, ein Leben im Auswärtigen Amt der Wilhelmstraße
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Vom Kronjuristen zum Kronzeugen
Preis:39.80 Euro
inkl. 7% MwSt, zzgl. Versand
AutorInnen:Gerhard Stuby
Verlag:VSA Verlag
VSA Verlag
ISBN-10:3-899652-84-3
ISBN-13:978-3-899652-84-0
Seitenanzahl:538
Erscheinungsdatum:2008
Zustand:neu
Art:Buch
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Im Wirken des langjährigen Leiters der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes, Friedrich Wilhelm Gaus, wird die Kontinuität deutscher Diplomatiegeschichte unter Rathenau, Stresemann und Hitler nachgezeichnet.


Versailles, Rapallo, Locarno, Briand-Kellogg- und Hitler-Stalin-Pakt – kaum ein Vertrag, den Friedrich Wilhelm Gaus, von 1907 bis 1945 im Auswärtigen Amt tätig, nicht formuliert hat. Dem "Kronjuristen" des Reiches ging es um die Revision des so genannten Diktats von Versailles. In diesem Ziel war er sich prinzipiell mit Hitler einig. Doch im Unterschied zu diesem strebte er in der Weimarer Zeit wie sein Minister Gustav Stresemann nach einer friedlich-diplomatischen Revision. "Entwaffnet" gab es hierzu sowieso keine Alternative. Als die faschistische Diktatur errichtet wurde, hatte Gaus wenig Skrupel, nunmehr Hitlers Kurs kriegerischer Revision und Expansion zu folgen.

Nach 1945 wurde Gaus, anstatt von den Alliierten angeklagt zu werden, ihr wichtigster "Kronzeuge" im Nürnberger Wilhelmstraßenprozess. "Trägheit des Herzens" und Angst um seine Familie – seine Frau galt in der NS-Rassenpolitik als "jüdischer Mischling" – hätten ihm nicht erlaubt "auszusteigen". Wegen seiner Rolle in Nürnberg ist er erst zum Inbegriff des "Nestbeschmutzers" geworden, später in Vergessenheit geraten.

Gerhard Stuby erklärt diese Rolle nicht nur aus der Kontinuität von Preußentum zum Imperialismus Hitlerscher Prägung, sondern macht sie in diesem Buch anhand der Tätigkeit eines Diplomaten anschaulich. Seine Analyse liefert zugleich reiches Anschauungsmaterial zur Funktion von Völkerrecht in den internationalen Auseinandersetzungen der Zwischenkriegszeit.